Hauptunterricht Geschichte
Im Hauptunterricht beschäftigten die Schüler der O-c sich mit der Gründung und Unabhängigkeit der USA.

Teil dieser Arbeit war es, sich in die Situation von Auswanderern zu verstzen und in Romanhafter Form deren Fluchtgründe, Reisen und Ankunft lebendig zu beschreiben. Hier die Ergebnisse:
Die Auswanderung – von Ben Gärtner
Einleitung
Ich heiße Josephine und bin 15 Jahre alt. Es ist der 14.06.1650, der Tag der Abreise. Mama Hildegard und Papa Heinz haben schon seit Tagen alles für die Auswanderung in die USA vorbereitet. „Wir können nicht hier bleiben“, sagt Mama immer wieder. „Mit unseren finanziellen Mitteln können wir uns nicht mehr lange über Wasser halten“, erklärt mir mein 15-jähriger Bruder Sven. Unsere Familie hat seit drei Generationen einen Bauernhof, allerdings war in den letzten zwei Jahren die Ernte nicht besonders gut ausgefallen. Deswegen sieht sich unsere Familie gezwungen, in die USA auszuwandern und ein neues Leben aufzubauen.
Kapitel 1 – Die Abfahrt
Hamburg, 21:34 Uhr
Möwen kreischen über unseren Köpfen in der sternenklaren Nacht. Vor uns liegt die Arielle 2. Ich laufe zwischen Mama und Sven die Gangway hinauf zum Segelschiff. Papa läuft vor uns, mit einem großen Koffer in jeder Hand. Auf dem Schiff angekommen, lädt Papa unser Gepäck im Zimmer ab, während wir uns auf dem Deck herumtreiben und uns ein wenig unterhalten, bis Papa zurückkommt. Ich frage Mama: „Mama, wie stellst du dir Amerika vor?“ Mama überlegt ein paar Sekunden, bis sie mir eine Antwort gibt. „Josephine, ich denke, dass es in den USA aussehen wird wie hier, nur … wie soll ich sagen? Mit ein bisschen mehr Freude.“ Bevor ich fragen konnte, wie sie das meint, kam Papa zurück und sagte, dass das Schiff in zwei Minuten ablegt. Kurz darauf verließen wir den Hafen und fuhren die Elbe hinauf Richtung Nordsee – Richtung Neuanfang.
Kapitel 2 – Die letzten Minuten auf dem Atlantik
06.07. 1650
Wir waren jetzt drei Wochen lang unterwegs. Papa kam gerade zu uns und sagte, dass wir in ungefähr einer halben Stunde da wären. Ich sprach mit Sven: „Freust du dich auf Amerika?“ „Ja, ich glaube schon. Es ist ein kompletter Neuanfang. Mama und Papa freuen sich schon so lange auf diesen Moment, und ich kann es sehr gut verstehen. Ich glaube, ich war noch nie so aufgeregt wie jetzt gerade.“ „Ja, ich freue mich auch total“, sagte ich, „aber andererseits: Was ist, wenn die Ernte wieder so schlecht ausfällt? Wir mussten alles aufgeben – Freunde und Heimat. Ich hoffe sehr, dass wir neue Freunde finden. Ich habe auch von Mama erfahren, dass ich eine Englisch-Förderung bekomme, damit ich mich besser verständigen kann.“„Ja, das hoffe ich auch, Josefine, aber schau mal da vorne – da ist schon das Festland.“
Kapitel 3: Endlich da!
Wir leben hier schon seit zwei Monaten. Ich gehe schon zur Schule und habe viele Freunde. Die Ernten sehen aktuell gut aus. Ich hoffe, dass dieses Land bis in alle Ewigkeit so wunderschön bleibt.
Ende.
Vorgeschichte eines Siedlers in Nordamerika – von Jason Heim
Ich bin im Jahr 1650 aus meiner Heimat, , ausgewandert und habe mich auf die lange Reise nach gemacht.
„Warum bist du ausgewandert?“
Diese Frage stelle ich mir selbst oft, und meine Antwort ist klar: In England fand ich keine Arbeit mehr, und außerdem durfte ich meinen Glauben nicht frei leben. Viele Menschen wurden wegen ihrer Religion benachteiligt, und ich wollte für meine Familie ein besseres und freieres Leben. Also verkaufte ich unseren kleinen Besitz und wagte den Schritt ins Ungewisse.
„Und womit und wohin kommst du in Amerika?“
Ich überquerte den mit einem großen, engen Segelschiff. Die Reise dauerte viele Wochen, und wir litten unter Hunger, Seekrankheit und schweren Stürmen. Mehr als einmal dachte ich, wir würden das Ziel nie erreichen. Doch schließlich kamen wir an der Küste von an, in der Nähe der kleinen Siedlung. Als ich festen Boden unter den Füßen hatte, war ich erschöpft, aber auch voller Hoffnung.
„Mit welchen Problemen und Ängsten hast du zu tun?“
Der erste Winter war hart und unerbittlich. Wir hatten wenig Nahrung, und Krankheiten breiteten sich schnell aus. Ich fürchtete mich vor der unbekannten Wildnis, vor wilden Tieren und vor möglichen Konflikten. Oft lag ich nachts wach und fragte mich, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.
„Wie geht es dir in deiner neuen Heimat?“
Trotz aller Sorgen fühle ich mich heute freier als je zuvor. Ich arbeite hart auf meinem eigenen Stück Land, baue Nahrung an und errichte gemeinsam mit anderen Siedlern Häuser. Das Leben ist beschwerlich, doch ich spüre Stolz und Hoffnung. Hier habe ich die Chance auf einen Neuanfang, und ich glaube fest daran, dass unsere Zukunft in dieser neuen Welt besser sein wird.
Ende.
Auswanderung in ein neues Land – von Dave Willecke
Es herrschte Krieg, und er war grausam. Wir lebten in ständiger Angst. Immer wieder dachten wir daran, ob unser Vater zurückkommen würde oder nicht. Am schlimmsten traf es unsere Mutter, denn sie war schwer krank. Schließlich flohen wir zum Hafen und stiegen auf ein Schiff. Wir zitterten vor Angst. Unsere Gesichter waren blass, und unsere Knie fühlten sich ganz weich an. Wir hatten Hunger, Durst und die ständige Angst, verjagt zu werden.
Die Fahrt dauerte lange. Wir waren nicht die Einzigen, die flüchteten. Viele Menschen weinten, einige kamen mit der Situation nicht zurecht. Wir alle dachten, dass wir es vielleicht nicht schaffen würden, irgendwo ohne Angst zu leben – ohne die Furcht, erneut vertrieben zu werden.
Es war spät, und wir konnten kein einziges Auge schließen, weil meine Schwester Hannah und ich Angst hatten, dass wir auch unsere Mama verlieren könnten. Als es hell wurde, kauerten wir uns vor Angst in eine Ecke. Mama ging es inzwischen etwas besser, doch wie so oft wurde nun Hannah krank.
Wir verbrachten weiterhin unsere Zeit auf dem Schiff. Die Reise schien kein Ende zu nehmen. Zwar waren wir schon weit weg, doch die Angst blieb. Weitere fünf Tage waren wir noch an Bord, und wir hungerten.
Schließlich legten wir eine Pause an Land ein. Als wir das Schiff verließen, um uns die Beine zu vertreten, merkten wir, dass wir beobachtet wurden. Man sah uns an, dass wir Angst und Hunger hatten. Das war schlimm. Wir gingen im Hafen umher, doch wir blickten ständig um uns, wegen der Blicke der anderen Menschen. Mir wurde immer mulmiger, also kehrten wir zum Schiff zurück. Ich bemerkte, dass das Schiff leerer geworden war als zuvor. Einige Leute hatten wir zurückgelassen.
Nach zwei weiteren Tagen kamen wir in einem fremden Land an. Es sah wunderschön aus, doch ich fragte mich, ob wir dort jemals unterkommen würden. Wie waren die Menschen dort? Würden wir noch mehr Angst haben müssen? Frage um Frage schoss mir durch den Kopf.
„Das ist ein schönes Land“, sagte Hannah, der es inzwischen wieder viel besser ging. Wir drei schauten uns an, dann blickten wir in die Gesichter der anderen Menschen. Da wurde uns klar, dass sie freundlich waren. Wir wurden von allen gegrüßt. „Es ist eine andere Sprache“, bemerkte Hannah. Das fiel auch mir auf. Dennoch machten die Menschen einen guten Eindruck. Die Städte waren lebendig, und es fühlte sich gut an, sich langsam wohler zu fühlen.
Plötzlich erschraken wir, als wir eine Stimme hörten: „Stopp!“ Der Ruf kam von der Straße. Es war die Polizei, die uns anhielt. Wir zitterten vor Angst. Würden sie uns einsperren, weil wir Fremde waren? Weglaufen war unmöglich.
Mama erklärte den Beamten, dass wir uns in einer sehr schweren Situation befanden. Die Polizisten nickten, lächelten und ließen uns gehen. Wir zogen sieben Tage und drei Nächte durch Dörfer und Städte. Eines Morgens, als wir aufwachten, standen etwa fünfzehn bis dreißig Menschen um uns herum. Sie sahen uns an, wie wir auf der Straße lagen. Schließlich nahm uns eine Frau freundlicherweise bei sich auf. Es waren Deutsche, die schon seit zwei Jahren hier lebten.
Sie wohnten in einem Zweifamilienhaus, das sie selbst aufgebaut hatten. Sie boten uns an, bei ihnen zu bleiben, und stellten uns den zweiten Stock zur Verfügung, damit wir uns von der langen Reise und dem Stress erholen konnten. Sie brachten uns neue Kleidung, Essen, Trinken und alles, was wir zum Leben brauchten. Von nun an lebten wir bei unseren neuen Freunden. Wir würden uns niemals im Stich lassen, denn so etwas gibt es nur einmal. Wir sind sehr zufrieden – und wir bleiben.
Auswanderung – von Jason Weinzierl
Es ist das Jahr 1650. Hinter mir lag meine Heimat, die ich nicht wiedererkenne, die deutschen Gebiete sind voller Hunger, Krankheiten und Angst und als Mitglied einer kleinen Gemeinde durfte ich nicht frei nach meinem Glauben leben. Deshalb wagte ich einen Neuanfang in einem anderen Gebiet. Die Fahrt war zwei Monate lang und sehr anstrengend, dann kamen wir an in Nordamerika. Es war ein schöner Anblick von der Küstenlinie und sie gab uns Hoffnung.
Obwohl ich froh war, kamen auch ganz viele Sorgen, wo ich sehr lange nachdenken musste. Meine größte Angst war der Winter – wir hatten wenig Zeit gehabt uns vorzubereiten, ein Haus zu bauen und Vorräte anzulegen und ich wusste nicht, ob ich den Winter überleben würde, ob die Indianer freundlich oder feindlich waren und man den Konflikten vielleicht aus dem Weg gehen konnte.
Heute nach den ersten Wochen in der neuen Heimat, bin ich erschöpft, aber glücklich. Die Arbeit beim Baumfällen in den Wäldern ist sehr hart und anstrengender als alles andere, was ich je gemacht habe, doch wenn ich auf das kleine Stück Land blicke, das nun mir gehört, freue ich mich sehr darüber. Es gibt niemanden, der mir das wegnehmen kann. Den Gefahren, denen ich mich stellen musste, waren es wert, zu gehen. Ich bin bereit, meine Zukunft aufzubauen.